Bildbearbeitung für Spotter

Wie ich bereits geschrieben habe ist das Spotten in zwei Teilbereiche aufgeteilt. Zum Ersten in das aktive Fotografieren in der freien Wildbahn nötigt und zum Zweiten ist die nachgeordnete Bildbearbeitung essentiell. In dem Themenkomplex "Bildbearbeitung für Spotter" möchte ich euch die gängigen Programme näher bringen, mit denen Ihr das Maximum aus euren Bildern holen könnte.

Es ist ein wenig so wie im Bereich des guten Weines, das leckere Getränk wird auch nicht nur im Weinberg produziert. Auch die dazu gehörige  anschliessende Verarbeitung muss stimmen, nur dann wird das Endprodukt die hohe Güte besitzen, wie man es sich wünscht.

Für mein empfinden hat sich über die Jahre die individuelle Bildwahrnehmung verändert. Früher wurden Bilder "Out-of-Cam", also ohne Bildverarbeitung akzeptiert und für gut befunden. Darauf folgend, fing man mit dem Ausrichten und Beschneiden der Bilder an. Aktuell werden die meisten Bilder die wir sehen, sehr stark durch die "Bearbeitungsmaschinerie" prozessiert. Somit sind wir es gewöhnt, dass die Bilder alle eine starke Sättigung besitzen und das die Schärfe schon fast einen unnatürlichen Grad erreicht. Dies hat zur Folge, dass jedes Bild welches nicht nach diesen neuen Standards bearbeitet worden ist, nicht mehr unseren antrainierten Sehgewohnheiten entspricht. Somit fallen auch höchstwertig, kompositorisch perfekte Bilder einfach unbewusst durch. Hier muss man nun in den sauren Apfel beißen und die entsprechenden Bildbearbeitungsprogramme bemühen. In diesem Zusammenhang gebe ich zu, dass ich bekennender Adobe-Jünger bin. Wer einmal auf diesen Programmen gelernt hat, der wird nicht mehr so einfach davon loskommen. 


Die  digitale  Dunkelkammer  -  Adobe  Lightroom  6  oder  CC

Für das schnelle Prozessieren der am Tage aufgenommenen Bilder, ist dieses Programm für mich unerlässlich geworden. Hiermit kann ich sehr schnell die Bilder in ihren Zielzustand versetzen, einfache Bildfehler sind schnell behoben. Ich denke da im Besonderen an Dustspots, diese sind komfortabel mit einer Stempelfunktion zu eliminieren.

Ebenso kann man sich die Korrekturmodi für die genutzten Objektiv zu eigen machen. Alleine hierbei wird man sich schon ab und an wundern, was Lightroom so alles kann.

Bildquelle: Amazon.de*

Das Ausrichten und Beschneiden der Bilder ist in wenigen Sekunden pro Bild durchgeführt und entsprechend schnell wird der zu korrigierende Bilderberg kleiner.

Damit ich mir die schon beschrieben Schritte nicht bei wirklich jedem Bild antun muss, vergebe ich eine Bewertung des jeweiligen besten Bildes einer Serie. Hierzu stehen Sterne oder Farben zu Verfügung. Die Bewertung kann im Turboverfahren per Num-Pad vorgenommen werden. Abschliessend kann man nach "Bewertet" einen Filter erstellen und man sieht nur noch die Auswahl der für gut befundenen Bilder.

 

Diese Fotos kann man nun nach belieben, durch den Bildschärfer jagen und wenn nötig auch noch entrauschen. Aber auch Korrekturen und Modifikationen der Segmente "Farbtemperatur", "Tiefen" und "Licht" nimmt man hier sehr effektiv vor.

Doch nicht nur die Bildverarbeitung ist eine der integrierten Stärken. Auch das Katalogisieren und die Stichwortvergabe lässt sich mit Lightroom super durchführen. Mittlerweile ist das Adobe-Produkt so performant, dass sich auch Kataloge mit 300.000 *.raw Dateien immer noch schnell und flüssig anfühlen. Somit hat man die Möglichkeit, einen Katalog nach bestimmte Reg´s, binnen Sekunden durchsuchen zu lassen.


Auch schätze ich es, dass ich nach Bildern mit bestimmten Eigenschaften suchen kann. Zum Beispiel kann nach einer Kamera gefiltert werden oder nach einem Objektiv. So kann schnell nach Brennweitenbereichen ausgewertet werden, oder welche Kamera dem eigenen Fotostile am nächsten kommt. 

Noch ein Punkt zum Schluss, einige Nutzer würden es sicher Spielerei nennen, ich nenne es das ganz großes Kino. Wer die Bilder unter zur Hilfenahme von GPS aufnimmt, kann sich später in Adobe Lightroom, mittels Weltkarte anzeigen lassen, an welchen Orten welche Bilder entstanden sind. Was wie ein drolliges Gimmick anmutet, ist für mich ein absolut essentielles Werkzeug. Ich nutze die Daten um Trips vorzubereiten. Mittels der GPS-Daten kann ich nun sehen, welche Bilder um welche Uhrzeit, bei welcher Jahreszeit, bei welchem Blickwinkel besonders gut funktioniert haben. Somit erhöhe ich die Chancen auf gute Bilder, da ich mich nicht erneut in die vor-Ort-Situation hineinfinden muss.

Das waren jetzt nur ein paar Gründe warum ich Lightroom von Adobe so genial finde. Ich nutze dieses Tool seit mindestens 2005, damals hieß es noch RawShooter und wurde von der dänischen Firma Pixmantec entwickelt. 2006 ging das KnowHow in Adobe Lightroom auf. Ich schätze im Besonderen die ständige Weiterentwicklung des Programms. 


Wenn es ein wenig mehr sein darf  -  Adobe Photoshop  +  Lightroom

Wer seinen Bildern den allerletzten Schliff geben will, der sollte sich genauer mit dem Thema Adobe Photoshop beschäftigen. Hierbei muss sich jeder allerdings im Klaren darüber sein, dass die Einarbeitungszeit nochmal um einiges Höher ist, als bei dem Bruder Lightroom. Auch kann ein Bild schnell mal 60 Minuten oder mehr Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen.

Hier kann jeder seiner Kreativität seinen freien Lauf lassen. Es gibt eigentlich nichts was Photoshop nicht kann. Für den Spotter sind hier im Besonderen die Reparatur-Tools von besonderer Bedeutung. Was in Lightroom noch grob weggestempelt wurde, dass kann in Photoshop fein retuschiert werden.

Wer es drauf hat, der kann aus einem moppeligen Airbus A380, ein dünnes und zartes Top-Model á la Douglas DC-8 machen. Hierzu stehen viele Werkzeuge zur Verfügung, wie unter anderem "Verflüssigen" usw.

Der absolute Traum und daher auch ein Muss, ist die Möglichkeiten in Ebenen zu Arbeiten. Hier kann zum Beispiel ein Flugzeug ausgeschnitten werden und in einen völlig neuen Himmel gesetzt werden. Ist jetzt nicht die feine Art, aber es ist schön das es die Option gibt.

Mittlerweile wird man von Adobe freundlich in die Abo-Richtung geleitet. Das bedeutet, dass man die Kombination aus Photoshop und Lightroom in einem Jahresabo mieten kann. Ich habe festgestellt, dass es mittlerweile kaum einen Weg um dieses Seeling-Modell herum gibt. Wie man des nun empfindet sei einem jeden selbst überlassen... 

 

Bildquelle: Amazon.de*



Passende  Literatur  zum  Thema  Elektronische  Bildverarbeitung

Im Speziellen sind Bücher zum Thema Bildbearbeitung sinnvoll. Auch wenn man davon ausgeht, dass Photoshop und Lightroom selbsterklärend sein sollten, wird man bereits nach wenigen Klicks feststellen, dass dem nicht so ist. Hier helfen entsprechende Leitfäden und Rezepte, damit man schnell das gesteckte Ziel erreichen kann.

Ich bin mir sicher, wer die gesamten Bücher durchgearbeitet hat, der wird ein hohes Level im Bereich der Bildbearbeitung erreichen. Einen besseren Einstieg wird man kaum finden.


Mein  persönliches  Fazit  zum  Thema  Adobe  Lightroom  und  Co.

Zugegeben, das ist jetzt schon wirklich eine Menge Holz zum Thema Bildbearbeitung im Bereich der Spotterei. Doch wer sich da einmal rein gewurschtelt hat wird feststellen, dass die Handgriffe schnell in Fleisch und Blut übergehen. Man entwickelt dann einen ganzen Fototag binnen weniger als einer Stunde durch und hat abschliessend ein überzeugendes Ergebnis. Nun sollte der Veröffentlichung im Internet nichts mehr im Wege stehen.


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