Fototechnik für Spotter

Objektive

Um die gewünschten Motive auf einem digitalen Bild festzuhalten, braucht man nicht nur eine passende Kamera, wie schon im Vorfeld beschrieben, sondern auch die passenden Objektive. Nur so kann sichergestellt werden, dass man ein adäquates Ergebnis erreicht. In diesem Zusammenhang wird man früh feststellen, dass man meist nie das richtige Objektiv für die entsprechende Situation dabeihat. Um dieses Problem teilweise zu beheben, lohnen sich Zoomobjektive. Im Folgenden stelle ich euch meine Überlegung zu dem Themenbereich vor. Dies soll allerdings nur meinen Weg aufzeigen. Jeder hat da andere Vorstellungen und Theorien, wie er dieses essentielle Thema für sich bearbeitet und die Herausforderungen löst.

Grundlegende Überlegungen zur Auswahl von Objektiven

In den Spotterkreisen haben sich die Objektive mit einer Brennweitenbereichsabdeckung von 100-400 bewährt, hier ist man gut im Tele- bzw. Supertelebereich ausgestattet.

Ebenfalls aus der Familie der Zoomobjektive kommen die Vertreter, die einen Bereich vom moderaten Weitwinkel bis hin zum leichten Tele abdecken. Hierbei handelt es sich um Objektive die in etwa eine Anfangsbrennweite von 24mm besitzen und am langen Ende 105mm aufweisen.

Je nach Aufnahmesituation sind allerdings diese 24mm Anfangsbrennweite schon zu lang. Auch hier haben die unterschiedlichen Objektivhersteller an ihre Kundschaft gedacht. Um in den Ultraweitwinkelbereich vorzustoßen bieten sich Objektive an, die in etwa 16mm bis 35mm abdecken. Diese Objektive können auch wunderbar in geschlossenen Räumen genutzt werden. In einem Museum zum Beispiel, sind 16mm eine ausreichende Reserve, um auch etwas größere Objekte formatfüllend, aber ohne Beschneidungen der Ränder, aufzunehmen.

 

Bereits jetzt wird man feststellen, dass die drei oben genannten Brennweitenbereiche sich perfekt ergänzen und entsprechend harmonieren. Um noch mehr aus einer angeschafften Dreier-Objektivkombination herauszuholen, kann man sich auch Gedanken machen, ob man noch eine Vollformatkamera anschafft und diese mit einer 1,6 x Cropfaktor Kamera kombiniert. So ist man in der Lage, mit nur drei Objektiven und zwei Bodys ein Brennweitenspektrum von 16mm bis 640mm abzudecken. In dieser Spanne sollten eigentlich 99,9% der Fotoaufgaben zu erledigen sein. Um nochmal diesen Gedankengang nachzuvollziehen, habe ich unten eine entsprechende Tabelle zusammengestellt.

 

Eine Ideale Kombi könnte wie folgt aussehen:

 

Objektivbrennweite (mm)

1,0 x Cropfaktor

1,3 x Cropfaktor

1,6 x Cropfaktor

16-35

16-35

21-46

26-56

24-105

24-105

31-137

38-168

100-400

100-400

130-520

160-640

Hier zwei Beispiele die mit einer Crop-Kamera erstellt worden sind, mit einer gleichzeitigen Verwendung des Cannon 100-400mm Objektives.

CC-BGC LATAM Boeing 787 Dreamliner 2017 03 10 EDDF Frankfurt Landung bei goldenem Licht an der A5 Zeppelinheim
CC-BGC LATAM Boeing 787 Dreamliner 2017 03 10 EDDF Frankfurt
Start einer Boeing 777 bei 25er Betrieb in Richtung Westen 2017 03 10 EDDF Frankfurt Spotterpunkt Zeppelinheim
Start einer Boeing 777 bei 25er Betrieb in Richtung Westen 2017 03 10 EDDF Frankfurt

Hier ein Beispiel für ein Weitwinkel an einer Crop-Kamera. So kann man auch noch nahe vom Zaun aus ein schönes Bild erzielen. Man muss nicht befürchten, dass ein Ende abgeschnitten ist.

TF-FIR IceLandAir Boeing 757-200 "80 Years of Aviation" 2017 05 14 EDDF Frankfurt Bild von der Nordwestbahn ehemals Ticona Tikona
TF-FIR IceLandAir Boeing 757-200 "80 Years of Aviation" 2017 05 14 EDDF Frankfurt

Konnte man noch eine Boeing 757 mit einer Crop-Kamera und einem Weitwinkel aufnehmen, stößt man bei einer Boeing 777 schon eher an die Weitwinkelgrenzen. Um hier eine adäquate Lösung parat zu haben bietet sich die Kombination Weitwinkel und Vollformat-Kamera an. Der hier gezeigt Frachter von Boeing ist da nicht die Grenze. Es können sogar Boeing 777-300ER in einem abschnittsfreien Bild festgehalten werden.

D-ALFE Lufthansa Cargo Boeing 777F 2017 04 20 EDDF Frankfurt
D-ALFE Lufthansa Cargo Boeing 777F 2017 04 20 EDDF Frankfurt

Was ist sonst noch wichtig und zu beachten?

Im Bereich der Objektive werden folgende Punkte immer wieder kontrovers diskutiert. Braucht man eine Bildstabilisierung und abgedichtete Objektive? Dies muss jeder für sich entscheiden, ich bin jedenfalls froh, dass es diese Features gibt und möchte sie auf keinen Fall missen.

Bildstabilisierung:

Eine Funktion auf die ich nur sehr ungern verzichte, ist der Bildstabilisator. IS / OS oder wie auch immer die unterschiedlichen Hersteller diese nützliche Funktion nennen. Sie hilft mir, besonders bei langen Brennweiten (gerade bei Konverternutzung), Bilder ohne Verwacklungsunschärfe zu erzeugen. Mit dieser Funktion ist man ebenfalls in der Lage auch mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten, ohne zu verwackeln. Man ist nicht gezwungen um diese Verwackler zu vermeiden, die ISO hochzustellen, um kürzere Belichtungszeiten zu erzwingen. Im Endeffekt kommt somit der IS der Bildqualität deutlich zu Gute. Auch die verschiedenen Nutzungsmodi ermöglichen es, dass man immer mit eingeschalteten IS arbeiten kann. Mittlerweile erkennen die neueren Systeme sogar ob das Objektiv gerade in Verbindung mit einem Stativ arbeitet. Wenn dem so ist, schaltet sich die IS-Funktion automatisch ab.

Dafür liebe ich moderne Bildstabilisatoren, mit einem 1/125 bei 400mm bei 1,6er Crop ist das Ergebnis einfach überzeugend.

Zahnräder_2017_02_17_EDNX Bild im Museum einfach toll die Technik
Zahnräder_2017_02_17_EDNX

Abgedichtete Objektive:

Durch die Tatsache, dass Spotting in der Regel ein Freiluftvergnügen ist, wird man immer wieder den Unbilden der Natur konfrontiert. Um jeder Wettersituation zu entgegnen ist eine gut abgedichtete Kamera und Objektiv nicht verkehrt. Ich habe es schon erlebt, dass auch bei nur leicht speziellen Wetterbedingungen, hohe Luftfeuchtigkeit in die Objektive gelangt ist und diese dann bei Temperaturschwankungen innerhalb des Objektives kondensierte. Dies hat dazu geführt, dass die Frontlinse von innen beschlagen war. Ein fotografieren war hier selbstredend nicht mehr möglich. Die Feuchtigkeit nach einem solchen Vorfall wieder sicher aus dem inneren des Gehäuses zu bringen ist aufwendig und nicht so einfach. Im Besonderen waren hier Schiebezooms anfälliger als Zooms mit Brennweitenwahl durch Drehringbewegung. Die gut abgedichteten Objektive und Kameras haben auch nach meiner Erfahrung den Vorteil, dass nicht mehr so viel Staub in das Innere der Kamera gelangt und somit weniger Dustspots auf dem Sensor stören. Alles in allem haben die abgedichteten Objektive den Vorteil, dass sie den Dreck nicht mehr im Inneren sammeln und das die beschrieben Luftfeuchtigkeitsproblematik reduziert wird. 

Manchmal muss man einfach die Gelegenheit nutzen, egal ob es regnet oder nicht. Hierbei erweitert sich der individuelle Spielraum, wenn die Objektive entsprechend abgedichtete sind. Ich wollte dieses Bild nicht missen und bin froh das die Ausrüstung dafür geeignet ist. 

305_2012_06_15_ETNG_Geilenkirchen
305_2012_06_15_ETNG_Geilenkirchen

Typische Spotter Weitwinkel-Zooms

Hier stelle ich zwei von mir genutzte Objektive vor, für meine Bedürfnisse liefern sie die perfekten Ergebnisse. Durch die Abdichtung und den integrierten Bildstabilisator (IS) kann ich fast in jeder Situation technisch hervorragende Bilder erstellen. Ich bin immer wieder begeistert, wie gut die aktuelle Generation des Bildstabilisators funktioniert. Ich möchte diesen auf keinen Fall mehr missen, auch bei Weitwinkelaufnahmen nicht. 

Wenn kein großer Abstand zwischen Kamera und dem zu fotografierenden Objekt ist, dann ist das 16-35 L IS perfekt. Es macht eine Super Figur an Crop- und Vollformatkameras. Hiermit bekommt man die meisten Flieger formatfüllend auf den Chip.

Canon 16-35 EF 4.0 L IS

Bildquelle: Amazon.de*

Das 24-105 L IS ist ein super Immerdrauf-Objektiv. Hiermit kann man am kurzen Ende schon große Objekte ohne viel Abstand aufnehmen. Auch das lange Ende ist mit seinen 105mm nicht zu verachten. Einige Spotter nutzen es fast ausschliesslich.

 Canon 24-105 EF 4.0 IS L II

Bildquelle: Amazon.de*


Weitwinkelobjktive machen auch in der Nacht jede Menge Spaß und laden zum Experimentieren ein. 

Franz Josef Strauss International 2017 02 18 EDDM München Nachtaufnahme mit Effekt
Franz Josef Strauss International 2017 02 18 EDDM München

Typische Spotter Tele-Zooms

Über die letzten Jahre haben sich zwei Objektive der L Serie besonders stark hervorgetan. Das Canon 70-300 L IS bietet alles was von einem Objektiv der Canon Premium Linie erwartet wird. Im Speziellen ist das kurze Ende, mit seinen 70mm, ideal um viele größere Objekte aufzunehmen. Hier schneidet das Canon 100-400 natürlich ein wenig schlechter ab. Es beginnt mit 100mm am kurzen Ende, was schon wirklich lang ist, doch am anderen Ende wird man mit 400mm belohnt. Hiermit sind formatfüllende Bilder, auch bei weit entfernten Objekten, fast immer möglich. Es gibt einige Fotografen die beide Objektive gleichzeitig besitzen und auf keines verzichten wollen. Was für für die eigenen Bedürfnisse angemessen ist, muss man im Endeffekt selber entscheiden.

Die Canon EOS L Welt im Telebereich fängt bei dem 70-300 L IS an. Dieses Objektiv ist ein genialer Kompromiss  aus Brennweite und Gewicht. Gepaart mit dem Bildstabilisator kann man bald in allen Lebenslagen technisch perfekt Bilder erstellen.

Canon 70-300 L IS 4-5.6

Bildquelle: Amazon.de*

Lange haben die Fotografen auf den Nachfolger des alten 100-400 gewartet. Das neue Objektiv hat sie nicht enttäuscht. Die Bilder sind extrem scharf und kontrastreich. Durch den Bildstabilisator und der Abdichtung, ist man immer perfekt ausgestattet. 

Canon 100-400 EF L IS 4.5-5.6

Bildquelle: Amazon.de*


Mit einer guten Kamera-Objektiv Kombination sind solche Banking-Bilder ohne weiteres möglich. Die Ergebnisse machen einfach Freude.

FA-118 Belgium AirForce F-16 2017 03 31 EHLW Leeuwarden while Banking Attack Fighter-Action
FA-118 Belgium AirForce F-16 2017 03 31 EHLW Leeuwarden

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